Selbst für den Artenschutz aktiv werden

Artenschutzinteressierte Zootierpflegende für Auslandsprojekte gesucht!

Monitoring-Assistenz (m/w/d) für die Akklimatisationsbetreuung von Przewalski-Pferden und Kulanen in Kasachstan

Das Projekt zur Wiederansiedlung großer Pflanzenfresser:

Im Herzen der zentralasiatischen Ebenen erstreckt sich ein riesiges Grasland, durchsetzt mit Feuchtgebieten, das sich über Tausende von Kilometern in alle Richtungen ausdehnt. Dies ist Altyn Dala, die „Goldene Steppe“, und darin liegt die Region Torgai. Zum einzigartigen Ökosystem dieser Region gehören große Pflanzenfresser: das Przewalski-Pferd und der Kulan.

Durch menschliche Einflüsse in den vergangenen Jahrhunderten sind diese charismatischen Arten aus der Landschaft verschwunden. Seit 2006 haben engagierte Naturschutzbemühungen den lokalen Schutzstatus in der Region Torgai erheblich verbessert. Seit 2017 werden Kulane schrittweise in Altyn Dala wiederangesiedelt, und seit 2024 kehren auch Przewalski-Pferde in die Region zurück. Bis 2028 sollen im Rahmen des Projekts 40 Przewalski-Pferde aus europäischen Zoos sowie 100 Kulane aus anderen Teilen Kasachstans umgesiedelt werden, um so selbsterhaltende Gründerpopulationen beider Pferdearten zu etablieren. Dies erfordert kontinuierliche Schutzmaßnahmen und ein begleitendes Monitoring, um die Auswirkungen dieser Tiere auf das Steppenökosystem besser zu verstehen.

Während die Kulane aus der weltweit größten Population – beheimatet in einem Nationalpark an der Südgrenze Kasachstans – stammen, werden die Przewalski-Pferde von Einrichtungen bereitgestellt, die am EAZA-Ex-situ-Programm (EEP) teilnehmen. Der Zoo Prag koordiniert die Auswahl und den Transport der Wildpferde von verschiedenen europäischen Standorten nach Kasachstan.

Das für die Wiederansiedlung großer Pflanzenfresser eingerichtete Zentrum „Alibi“ umfasst eine dauerhaft besetzte Feldstation sowie mehrere große Akklimatisierungsgehege. Es liegt strategisch günstig in der Torgai-Steppe, eingebettet in ein Netzwerk aus Naturschutzgebieten, die durch ökologische Korridore verbunden sind und eine Gesamtfläche von 40.000 km² umfassen. Mehrere dieser Schutzgebiete sowie das Zentrum selbst werden von der nationalen Partnerorganisation ACBK (Association for the Conservation of Biodiversity of Kazakhstan) verwaltet. Die Anlage wird bereits seit 2017 für das laufende Umsiedlungsprogramm der Kulane genutzt.

 

Ziele der Position:

-   Gewährleistung eines fundierten Monitorings von Verhalten und Wohlergehen der wiederangesiedelten Przewalski-Pferde und Kulane innerhalb der Akklimatisierungsgehege

-   Dokumentation täglicher Beobachtungen mithilfe der Naturschutz-Software „Spatial Monitoring and Reporting Tool“ (SMART) oder des „Zoological Information Management System Species 360“ (ZIMS)

-   Sammeln von Kotproben der einzelnen Tiere gemäß einem vorgegebenen Zeitplan sowie deren Lagerung für spätere Analysen (Parasitologie, Endokrinologie, Mikrobiom)

-   regelmäßige und detaillierte Informierung des externen Projektteams, um bei beobachteten Entwicklungen ein sofortiges Handeln zu ermöglichen

-   Unterstützung bei täglichen Maßnahmen der Tierpflege und des Tiermanagements nach Bedarf

 

Konkrete Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Position:

-   Tägliche Beobachtung der Tiere in den Gehegen, einschließlich der Beurteilung sozialer Interaktionen und der Erfassung des Body Condition Score

-   Allgemeine Gesundheitsüberwachung der Tiergruppen in den Auswilderungsgehegen: Kontrolle auf Anzeichen von Wunden, Läsionen, Verhaltensänderungen und Schmerzsymptomen

-   tägliche Videoaufnahmen der Przewalski-Pferde gemäß vorgegebenem Zeitplan sowie chronologische Speicherung/Hochladen der Daten

-   Einsetzen mehrerer Wildkameras: Aufstellung im Gelände, Datenauslesen und Auswertung der Aufnahmen

-   in Abstimmung mit den Tierpflegenden des Wiederansiedlungszentrums und den Projektleitern:

§ Unterstützung bei der Zusatzfütterung und Wasserbereitstellung sowie Dokumentation der Futter- und Wasseraufnahme (Menge und Häufigkeit)

§ Durchführung kleinerer Anpassungen an den Gehegen bei Bedarf

-   Kotprobenentnahme gemäß der bereitgestellten Vorgaben

-   konsequente Dokumentation aller Beobachtungen und Entwicklungen über die Smartphone-App „SMART“ und – wo erforderlich – in „ZIMS“

- Anfertigen aussagekräftiger Fotos der Tiere zur Unterstützung einer regelmäßigen und zuverlässigen Berichterstattung an das nationale und internationale Team

 

Anforderungen an die Bewerbenden:

-   Abschluss oder Studium in Tierpflege, Veterinärmedizin, Biologie oder verwandten Fachgebieten

-   Vertrautheit mit dem Verhalten von Equiden – Fähigkeit zur Interpretation sozialer Interaktionen erforderlich!

-   Fähigkeit, Überwachungspläne und Protokolle zur Datenerfassung zuverlässig einzuhalten

-   Grundkenntnisse in Prinzipien und Methoden des Naturschutzes

-   Fähigkeit und Bereitschaft, in sehr abgelegenen Gebieten zu arbeiten

-   Körperliche Fitness und Belastbarkeit unter anspruchsvollen Feldbedingungen

-   Fähigkeit, auch ohne Aufsicht vor Ort motiviert zu arbeiten

-   Hervorragende soziale Kompetenz und respektvoller Umgang mit lokalen Mitarbeitenden und anderen Praktikant:innen

-   Bereitschaft, sich auf den Lebensstil bei der Feldarbeit einzustellen (z. B. sehr begrenzte Möglichkeiten zur Berücksichtigung spezieller Ernährungsbedürfnisse)

-   Leidenschaft für Wildnis und Natur

-   Englischkenntnisse auf Niveau B2

-   Kasachische oder europäische Staatsbürgerschaft

-   gültige Tollwutimpfung

Wünschenswert, aber nicht zwingend erforderlich:

-   Erfahrung mit Datenerfassung und -analyse unter Verwendung wissenschaftlicher Methoden und Protokolle

-   Erfahrung mit Feldarbeit in abgelegenen Gebieten und/oder den Lebensbedingungen im ländlichen Zentralasien

-   Russisch- oder Kasachisch-Kenntnisse

-   Erfahrung in Fotografie, Verfassen von Texten für die Öffentlichkeitsarbeit usw.

 

Bedingungen vor Ort:

Das Wiederansiedlungszentrum für Wildhuftiere „Alibi“ ist eine autarke Ranger-Station inmitten eines weitläufigen Netzwerks von Wildnisgebieten in Zentralkasachstan. Die Temperaturen reichen von +40 °C im Sommer bis zu -30 °C im Winter. Es gibt eine reiche Tierwelt: Je nach Jahreszeit begegnet man zahlreichen Arten – von den ikonischen Saiga-Antilopen bis hin zu den weniger beliebten, aber nicht minder wichtigen Mücken.

Moderne Technik gewährleistet eine weitgehende Selbstversorgung der Station: Es gibt stabiles WLAN und Strom; Brauchwasser wird aus dem benachbarten See bezogen, Trinkwasser aus umliegenden Dörfern herangeschafft oder aus natürlichen Gewässern aufbereitet.

„Alibi“ bietet ausreichend Unterkunftsmöglichkeiten, entweder in Jurten oder in einem der beiden Häuser, aus denen die Ranger-Station besteht. Die Mahlzeiten werden gemeinsam mit dem gesamten Team eingenommen. Es sind stets mindestens zwei kasachische Tierpflegende mit vor Ort; zudem finden regelmäßige Besuche durch die Projektleitung, patrouillierende Ranger, Wissenschaftler usw. statt.

Die Ranger-Station ist im Winter beheizt. Trockentoiletten befinden sich im Außenbereich, und etwa alle zwei bis drei Tage wird eine russische Sauna (Banja) zur Körperpflege angeheizt. Für die Wäsche steht eine einfache Waschmaschine zur Verfügung. Hauswirtschaftliche Tätigkeiten – wie Abwaschen und das Reinigen der Küche nach den Mahlzeiten – werden von allen in Alibi stationierten Personen gleichermaßen erwartet.

In Absprache mit der Projektleitung und dem anderen Monitoring-Praktikanten können Sie Aufgaben und Verantwortlichkeiten so aufteilen, dass Zeit für einen freien Tag in der Woche bleibt, um die umliegende Steppenwildnis zu erkunden und zu genießen. Ein Verlassen der Station ist jedoch nur gelegentlich möglich, etwa wenn Sie die Stationsbetreuer bei Fahrten ins Dorf für Besorgungen begleiten; im Allgemeinen sollte Bewerbenden jedoch bewusst sein, dass sie vor Ort stationiert sind und es während des gesamten Praktikums keine Möglichkeit gibt, die Station zu verlassen.

 

Vorteile der Position:

-   praktische Erfahrungen in einem international anerkannten Naturschutzprojekt

-   Einbindung in Wildtiermanagement und „Soft-Release“-Strategien

-   sinnvoller Beitrag zum Naturschutz in Kasachstan

-   Anbindung an ein dynamisches und engagiertes internationales sowie nationales Naturschützer-Team

-   außergewöhnliche Natur- und Wildtiererlebnisse

-   Eintauchen in die Kultur sowie Kennenlernen der einzigartigen Traditionen und Landschaften Kasachstans

 

Rechtliches und Vergütung:

-   Praktikumsvertrag mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (für internationale Bewerbende) oder der Association for the Conservation of Biodiversity of Kazakhstan (für kasachische Staatsbürger), inklusive Versicherungsschutz

-   Mindestlohn gemäß deutschem Recht bei einer 39-Stunden-Woche

-   Übernahme der Kosten für Visum und Anreise nach Kasachstan

 

Für Zootierpflegende & zoologische Einrichtungen:

Für zoologische Einrichtungen, die sich vorstellen könnten, unser Projekt personell zu unterstützen, würde die Möglichkeit bestehen, Tierpflegende in ein mehrmonatiges Praktikum zu entsenden. Die ZGF kann, wenn nötig, Reise- und Visakosten übernehmen. Diese Variante wäre eine willkommene Unterstützung unseres Projektes.

Für Zootierpflegende in fester Anstellung, die privates Interesse an der Unterstützung unseres Projektes haben, besteht natürlich auch die Möglichkeit, eine Freistellung bei den Arbeitgebenden zu beantragen und einen Praktikumsvertrag mit der ZGF einzugehen, für den die oben genannten Bedingungen und Vergütungen gelten.

 

Kontakt:

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung in englischer Sprache an Frau Stephanie Ward oder Frau Anne Dohrmann.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Anne Dohrmann

* anne.dohrmann@fzs.org

 

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!

Wir sind Mitglied bei

International Congress of Zookeepers ZGAP - Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. VdZ - Verband der Zoologischen Gärten e.V. VZP - Verband deutschsprachiger Zoopädagogen