Javaneraffenanlage im Mundenhof Freiburg

Dieses Jahr hat es unseren Biber in den entlegenen Südwesten zum Mundenhof, ins Freiburgische gezogen.

Der Mundenhof ist eine Einrichtung der Stadt Freiburg. Auf seinen 38 ha Fläche Tiergehege sowie weiteren 180 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche beherbergt er überwiegend Haus- und Nutztiere.
In einem „kleineren“ Bereich sind einige exotische Tierarten untergebracht. Hierzu zählt neben Erdmännchen und Gibbons auch der diesjährige Gewinner des BdZ Bibers - die Anlage für Javaneraffen.

Javaneraffen gehören seither zum festen Bild des Mundenhofes. Auf ihrer neuen Anlage, welche schon 2005 nach knapp 1 Jähriger Bauphase eröffnet wurde, leben derzeit 30 (11,16,3) Tiere in allen Altersklassen - vom neusten Nachwuchs bis zur über 30 jährigen Oma ist alles vertreten. Einigen Individuen wurden Implantate eingesetzt, um eine zu schnelle unkontrollierte Vermehrung zu verhindern.
Die Startgruppe bestand aus Tieren vom Mundenhof, aus Basel sowie aus Saarbrücken, die direkt auf der neuen Anlage zusammen geführt wurden (Bericht nachzulesen "Arbeitsplatz Zoo" Heft 2/2006).

Wo einst Enten gründelten befindet sich nun die gut strukturierte Außenanlage von ca. 800m², die in gesamter Eigenleistung vom Parkpersonal errichtet wurde. Da es schwer war das Wasser in den Teichen zu halten, entschloss man sich diese Trockenfallen zu lassen. Dadurch entstand eine Art kleines Tal, das an seinen Seiten teilweise mit großen Findlingen eingefasst wurde. Große Baumstämme ragen hinüber und ein kleines Rinnsal läuft hindurch. Je nach Niederschlagsmenge entsteht hier wieder ein Teich, den die Tiere gerne zum Baden und Schwimmen aufsuchen. Sollte es mal längere Zeit trocken sein und der natürliche Bach versiegen, wurde hierfür ein Badebecken errichtet, welches leicht zu reinigen ist und in die stattfindenden Informationsfütterungen mit einbezogen werden kann. Des Weiteren befinden sich in jedem Innen- als auch Außengehege beheizbare Selbsttränken.
Im Außengehege befindet sich ein Bestand älterer Bäume, die mit Seilen und Netzen besser zugänglich gemacht wurden. Diese werden vor allem im Sommer gerne in Anspruch genommen. Um den Tieren eine möglichst naturgetreue Umgebung und genügend Anreize zu bieten, wurden unterschiedliche Bodengründe eingebracht. Die Anlage ist zum größten Teil mit Wiese versehen. Neben Sand und Rindenmulch findet man auch Steinaufbauten, die teilweise mit Brombeeren aber auch Kakteen bepflanzt wurden.
Ebenfalls vorhanden ist ein kleineres Absperrgehege. Hier können ggf. verletzte Tiere mit dem Kontakt zur Gruppe gesund gepflegt werden.

Die gesamte Anlage ist von einem ca. 2,20m hohen Zaun umringt, der direkt an den Besucherweg grenzt. Mehrfach gespannte E-Litzen und Überhang sorgen dafür, dass die Affen nicht hinaus gelangen können. Durch eine Beschilderung wird sowohl auf den Strom, als auch darauf  aufmerksam gemacht, das man doch bitte NICHT füttert und weder Hände noch Gegenstände durchreicht oder hineinwirft! Mehrere Schautafeln zeigen Bilder von zerstörten Handys, Kameras und Kinderspielzeug aber auch von Verletzungen, die sich die Tiere zugezogen haben. An 2 Stellen ist der Zaun auf Hüftniveau abgesenkt um einen Gitterfreien Blick zu schaffen.

Das Warmhaus für die Javaneraffen ist quadratisch und ca. 64 m² groß. Das gesamte Haus ist durch mehrere Seiten- als auch durch ein großes Dachfenster sehr hell. Dieses kann geöffnet werden. Die Besucher können vom Weg aus durch eine große Sichtscheibe ins Innere schauen. Vor dem Fenster befindet sich eine Pergola, die dicht bepflanzt ist und somit den Betrachtern und Fotografen eine ungespiegelte Sicht ermöglicht.
Im Inneren befinden sich 2 große Räume sowie ein kleinerer Quarantänekäfig, die alle per Rundlauf zusammengeschlossen werden können und im Normalfall der Gruppe zur Verfügung stehen. Das gesamte Haus ist gefliest und mit ausreichend Gullys versehen worden. Für den Pfleger gibt es einen Vorraum, der gleichzeitig Schleuse ist. Hier befindet sich auch das moderne Weidezaungerät, das bei Spannungsabfall auf Notbatterie geht und Alarm schlägt. Ebenfalls stehen hier Spinte für Quarantänekleidung und Desinfektionsmatten für eventuelle Krankheitsausbrüche sowie eine Tür zum Außengehege. Danach kommt man in einen weiteren kleinen Bereich, von dem aus man Zugang zu allen Innengehegen hat. Hier befinden sich ein Waschtisch und der Arbeitsbereich für die Futterzubereitung. 2 Elektro-Nachspeicheröfen sorgen für die notwendige Wärme im Winter. Die Käfigtüren sind zum Schieben damit mehr Raum zur Verfügung steht. So kann die Inneneinrichtung sehr vielseitig und abwechslungsreich gestaltet werden. Der Boden ist mit Heu, Stroh, Spännen, Bambus und Rindenmulch versehen. Stämme und Seile zum Klettern sowie Sitzbretter in verschiedene Höhen wurden angebracht. Damit auch die etwas zu kurz gekommenen Kollegen die oberen Bretter leichter in der täglichen Arbeit reinigen können, kann man sie mit einer kleinen Seilwinde herablassen und dann auf Kopf und Schulterhöhe mit einem einfachen Handgriff umlegen. 

Das alte Javaneraffengehege, direkt nebenan, blieb bestehen und wurde zu einem Spielplatz umgebaut, damit Kinder einmal die Sicht vom Tier aus erleben können.

Durch gute Zusammenarbeit ist es dem Team des Mundenhofes gelungen, ein überzeugendes Tiergehege mit durchdachtem Konzept zu bauen.
Die Anlage folgt einem schlüssigen Gesamtkonzept in dem die Bedürfnisse der Tiere, der Pfleger als auch der Besucher in Gänze erfüllt wurden.
Hier sieht jeder sofort die Leidenschaft der Mannschaft, sich für Ihre Pfleglinge einzusetzen!